Menschenrechte für Priesterkinder

 

Gedenken an zwei verstorbene Priesterkinder

Wir möchten mit dieser Website auch Thoma Forster und Nathan Halbach gedenken, die beide Söhne katholischer Priester waren und 2007 und 2009, im Alter von 30 bzw. 22 Jahren gestorben sind. Mi diesem Gedenken möchten wir gleichzeitig auch alle unbekannten Priesterkinder ehren, die für ihren Status als solche zu früh mit ihrem Leben bezahlt haben.       

Wir können nicht beweisen, und wollen dies auch gar nicht, dass sie so früh starben, weil sie Priesterkinder waren. Da aber so vieles, ja fast alles, in ihren Biographien - zuerst der Zwang zur Heimlichkeit, danach eine sensationsgierige Öffentlichkeit, währenddessen der nie normal mögliche Kontakt zum eigenen Vater, und immer der Druck durch völlig entmenschte und lebensfeindliche katholische Ordnungsvorstellungen - parallel zueinander, und parallel zu der von vielen Priesterkindern erlebten Realität war, ist es eben leider schon sehr wahrscheinlich, dass ihre frühen Krebserkrankungen (Thomas Forster hatte seine im Alter von 19 Jahren noch einmal besiegt, starb aber dann mit 30 an einem Herzinfarkt, einer späten Folge der Chemotherapie?) eine Konsequenz der Erlebnisse als Priesterkinder gewesen sein könnten, so wie sie bei vielen Priesterkindern der Grund für seelische und psychische Schmerzen und Krankheiten sind (Aus Frankreich wissen wir auch vom Selbstmord eines Priestersohnes).   

Das Gedenken  an zwei verstorbene Priesterkinder, auf einer Website, die für die Rechte von Priesterkindern kämpft, ist  in jedem Fall sehr angemessen.

             

Thomas Forster Kurzbiographie

Thomas Johannes Forster (geb.1977), Deutscher, war der Sohn einer Kunstlehrerin und eines Benediktiner-Priesters. Dass dieser sein Vater war erfuhr er erst mit 9 Jahren, obwohl er schräg gegenüber von ihm aufgewachsen war. Auch danach musste er es nach außen aber noch weitere drei Jahre geheimhalten (Schon die verspätete und dann plötzliche Information muss ihn an seiner eigenen vorherigen Wahrnehmung haben zweifeln lassen, was für ein Kind ein ungeheurer Schock sein kann). Als Thomas 12 war, heirateten seine Eltern dann sogar, das Zusammenleben mit einem vom jahrelangen Ordensleben geprägten Mann und Vater gestaltete sich aber schwieriger als gedacht. Mit 18 Jahren wurde bei Thomas Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert, den er mit Hilfe einer Chemotherapie noch besiegte. Danach veröffentlichte er seine Autobiographie "Weil mein Vater Priester ist...".
Am Karfreitag 2007 starb er an einem plötzlichen Herzinfarkt.


Nathan Halbach Kurzbiographie

Nathan Halbach (geb.1987), Amerikaner, war der Sohn einer Bürokauffrau und eines Franziskaner-Priesters. Er wusste wer sein Vater war, er und seine Mutter wurden aber vom Franziskaner Orden mit einem der üblichen Schweigepapiere dazu genötigt dies nicht öffentlich zu sagen. Sein Vater hatte Nathan noch selbst getauft, traf ihn danach jedoch erst wieder als Nathan 13 war. In der Zeit danach gab es einige Begegnungen, der Vater verhielt sich ihm gegenüber aber durchgehend kalt und zynisch. Obwohl der (heimliche) Kontakt aber eben schon lange hergestellt war, bestand der Vater, wohl auf Druck seines Ordens, plötzlich noch einmal auf einem DNA Test zur Feststellung der Vaterschaft, nachdem Nathans Mutter die Franziskaner gebeten hatte finanzielle Hilfe für dessen College-Gebühr zu leisten. Es war wohl dieses Bestehen auf den Test (obwohl nie ein Zweifel an der Vaterschaft bestanden hatte), der Nathan noch einmal tief verwundete.
In seinem zweiten College-Jahr begann Nathan doppelt zu sehen, kurz danach wurde ein Hirn-Tumor diagnostiziert. Nachdem der Franziskaner Orden sich weigerte, für die Behandlungskosten zu zahlen, wandte sich Nathans Mutter an die Öffentlichkeit und machte die Identität des Vaters bekannt. Der Orden drohte ihr daraufhin sogar (während Nathan schon schwer krank war) sie auf eine "Vertragsstrafe", wegen Bruch der Schweigeverpflichtung, zu verklagen.
Nathan Halbach starb im November 2009.
      
Siehe auch Artikel in der New York Times vom 16. 10. 09